Glossar
Jägersprache von A–Z.
Die Jagd hat eine eigene Sprache — hier stehen die Begriffe, die dir im Kurs und im Revier am häufigsten begegnen.
A
- Abbalgen
- Das Abziehen des Balgs bei Raub- und Niederwild.
- Abschussplan
- Die behördlich festgelegte Zahl an Wildtieren, die im Revier erlegt werden soll.
- Abwurfstange
- Die im Frühjahr abgeworfene Geweihstange von Hirsch oder Rehbock.
- Alttier
- Das erfahrene, meist führende weibliche Rotwild.
- Anblick
- Die freie Sicht auf das Wild vor dem Schuss.
- Anschuss
- Die Stelle, an der das Wild vom Schuss getroffen wurde.
- Ansitz
- Das ruhige Warten auf Wild, meist vom Hochsitz aus.
- Ansprechen
- Das Erkennen von Wildart, Geschlecht und Alter vor dem Schuss.
- Aufbrechen
- Das fachgerechte Entnehmen der Eingeweide nach dem Erlegen.
- Aufsuchen
- Das Wild sucht seinen Einstand auf.
- Auswechseln
- Das Wild verlässt bei Dämmerung den Einstand in Richtung Feld.
Ä
- Äser
- Das Maul des Schalenwildes.
- Äsung
- Die pflanzliche Nahrung des Wildes.
B
- Bache
- Das weibliche Schwarzwild.
- Balg
- Das abgezogene Fell von Raub- und Federwild.
- Ballen
- Die unbehaarte Sohlenfläche der Läufe.
- Balz
- Das Paarungsspiel von Auer- und Birkwild.
- Bast
- Die behaarte Haut, die das wachsende Geweih überzieht.
- Beizjagd
- Die Jagd mit Greifvögeln.
- Beschlagen
- Die Begattung beim Schalenwild.
- Bestätigen
- Der Hund zeigt an der Wundfährte Schweiß an.
- Beute
- Der Fang des Raubwildes.
- Bewegungsjagd
- Jagdform, bei der Treiber und Hunde das Wild zu den Schützen bewegen.
- Birkwild
- Raufußhuhn der Moor- und Heidelandschaften.
- Blattschuss
- Der Schuss in die Herz-Lungen-Region des Wildes, auch Blatt genannt.
- Blattzeit
- Die Brunftzeit des Rehwilds im Juli und August.
- Bock
- Das männliche Reh.
- Bracke
- Laufhundrasse, die vor allem bei der Nachsuche eingesetzt wird.
- Bruchzeichen
- Ein abgebrochener Zweig als jagdliches Zeichen, etwa an der Trophäe.
- Brunft
- Die Paarungszeit von Rot-, Dam- und Sikawild.
- Bürzel
- Der Schwanz des Federwildes.
D
- Damwild
- Wildart mit Schaufelgeweih, im Wendland häufig in Gattern.
- Decke
- Das Fell des Schalenwildes.
- Deckung
- Vegetation, die dem Wild Schutz bietet.
- Drückjagd
- Bewegungsjagd im Wald mit wenigen Treibern und Stöberhunden.
- Durchgehen
- Das Wild wechselt flüchtig vorbei.
E
- Einstand
- Der Tagesruheplatz des Wildes in dichter Deckung.
- Einstellen
- Der Hund bleibt am kranken Wild und verbellt es.
- Einwechseln
- Das Wild zieht aus dem Feld zurück in den Wald.
- Einzeljagd
- Die Jagd allein oder zu zweit, ohne Treiber.
- Entenstrich
- Der abendliche Flug der Enten zum Gewässer.
- Erde
- Der Bau von Fuchs und Dachs.
- Erlegen
- Das waidgerechte Töten des Wildes.
F
- Fähe
- Das weibliche Tier bei Fuchs, Dachs und Wolf.
- Fährte
- Die Spur des Schalenwildes am Boden.
- Fährtenarbeit
- Das Verfolgen einer Spur durch den Jagdhund.
- Fallenjagd
- Die Jagd mit Fanggeräten, zum Beispiel Lebendfallen.
- Fallwild
- Wild, das nicht durch Jägerhand starb, etwa im Straßenverkehr.
- Federwild
- Wild mit Federkleid, zum Beispiel Fasan und Ente.
- Fegen
- Hirsch oder Bock streifen den Bast vom neuen Geweih.
- Feist
- Das Körperfett des Wildes.
- Fernwechsel
- Viel genutzter Wildwechsel über größere Entfernung.
- Flinte
- Langwaffe, die Schrot verschießt.
- Fluchtdistanz
- Der Abstand, ab dem Wild vor dem Menschen flieht.
- Frischen
- Die Bache bringt ihre Frischlinge zur Welt.
- Frischling
- Das gestreifte Junge des Schwarzwildes.
- Fütterung
- Unterstützende Wildfütterung in der Notzeit.
G
- Gatter
- Eingezäuntes Wildgehege.
- Gebrech
- Die Kiefer mit dem Gebiss des Schalenwildes.
- Geheck
- Die gemeinsam geworfenen Jungen des Raubwildes.
- Gehörn
- Der Kopfschmuck des Rehbocks.
- Geläuf
- Die Spur des Federwildes.
- Gesellschaftsjagd
- Gemeinschaftliche Jagd mit mehreren Schützen und Treibern.
- Geweih
- Der knöcherne Kopfschmuck der Hirsche.
H
- Haarwild
- Wild mit Haarkleid, zum Beispiel Fuchs, Dachs und Hase.
- Hahn
- Das männliche Federwild.
- Haupt
- Der Kopf des Schalenwildes.
- Hege
- Die Pflege des Wildes und seines Lebensraums.
- Hegeschau
- Öffentliche Trophäenschau mit Wildbretbewertung.
- Henne
- Das weibliche Federwild.
- Hindin
- Das weibliche Rotwild.
- Hirsch
- Das männliche Rotwild.
- Hochsitz
- Ansitzeinrichtung, meist auf Pfählen oder freistehend.
- Horrido
- Traditioneller Jagdruf bei Gesellschaftsjagden.
- Hundeführer
- Person, die den Jagdhund führt.
I
- Iltis
- Kleiner Beutegreifer, der zum Raubzeug zählt.
J
- Jagdausübungsberechtigter
- Person mit Erlaubnis zur Jagd in einem Revier.
- Jagdherr
- Verantwortlicher Organisator einer Gesellschaftsjagd.
- Jagdhorn
- Instrument, auf dem Jagdsignale geblasen werden.
- Jagdpacht
- Die vertragliche Nutzung eines Reviers.
- Jagdrevier
- Das bejagbare Gebiet.
- Jagdschein
- Die staatliche Erlaubnis zur Jagdausübung.
- Jagdzeit
- Der Zeitraum, in dem eine Wildart bejagt werden darf.
- Jägerbrief
- Die Urkunde über die bestandene Jägerprüfung.
- Jägerlatein
- Augenzwinkernde Übertreibung unter Jägern.
- Jährling
- Wildtier im zweiten Lebensjahr.
K
- Kahlwild
- Weibliches Rotwild samt Kälbern.
- Kalb
- Das Junge von Rot- und Damwild.
- Kanzel
- Überdachter Hochsitz.
- Keiler
- Das männliche Schwarzwild.
- Kessel
- Die Liegekuhle von Hase und Schwarzwild.
- Kesseln
- Das Ruhen von Hase oder Sau in der Kuhle.
- Keulen
- Die Hinterkeulen des erlegten Wildes.
- Kirrung
- Kleinflächige Futterstelle zum Anlocken von Schwarzwild.
- Kitz
- Das Junge von Reh und Gemse.
- Kuder
- Das männliche Tier beim Marder.
- Kugel
- Das Geschoss der Büchse.
- Kugelschuss
- Der Schuss mit der Kugel auf Schalenwild.
L
- Lager
- Der Ruheplatz des Schalenwildes.
- Lauf
- Das Bein von Schalen- und Haarwild.
- Lauscher
- Das Ohr des Schalenwildes.
- Lebendfalle
- Falle, die Wild lebend fängt.
- Leitbache
- Die erfahrene, führende Bache einer Rotte.
- Lichter
- Die Augen des Schalenwildes.
- Löffel
- Die langen Ohren von Hase und Kaninchen.
- Losung
- Der Kot des Wildes.
- Luderplatz
- Platz, an dem Aufbruch als Lockmittel für Raubwild ausgelegt wird.
- Lunte
- Der buschige Schwanz des Fuchses.
M
- Maibock
- Rehbock, der zur Blattzeit im Mai erlegt wird.
- Malbaum
- Baum, an dem Wild fegt oder schlägt.
- Marder
- Raubwildart; Baummarder und Steinmarder.
- Mauser
- Der Federwechsel des Federwildes.
- Muffelwild
- Schalenwildart, vor allem im Bergland.
- Mutterwild
- Führendes weibliches Wild mit Nachwuchs.
N
- Nachsuche
- Die Suche nach krank geschossenem Wild mit dem Hund.
- Nachsuchenführer
- Person, die eine Nachsuche leitet.
- Nachtjagd
- Der nächtliche Ansitz, meist auf Schwarzwild.
- Niederwild
- Kleines Wild: Hase, Kaninchen, Fasan, Ente.
- Notzeit
- Zeit der Futterknappheit im Winter.
P
- Pansen
- Der Vormagen des Wiederkäuers.
- Passen
- An einem Wildwechsel stehend auf Wild warten.
- Pirsch
- Das leise Anschleichen an Wild.
- Platzhirsch
- Der dominante Hirsch im Brunftrevier.
- Präparat
- Präpariertes Tier oder Tierteil.
R
- Rammler
- Der männliche Feldhase.
- Ranz
- Die Paarungszeit von Fuchs und Dachs.
- Raubwild
- Beutegreifer wie Fuchs, Dachs, Marder und Waschbär.
- Raubzeug
- Kleine Beutegreifer wie Marder und Iltis.
- Rauschig
- Paarungsbereit — vom weiblichen Schwarzwild gesagt.
- Rauschzeit
- Die Paarungszeit des Schwarzwildes, meist November bis Januar.
- Rehwild
- Das häufigste heimische Schalenwild.
- Reviergang
- Streifzug durchs Revier, etwa mit der Kursgruppe.
- Ricke
- Das weibliche Reh.
- Riegel
- Schmaler Waldstreifen zwischen Feldern.
- Rotte
- Die Gruppe des Schwarzwildes.
- Rotwild
- Das größte heimische Schalenwild.
- Rüde
- Das männliche Tier bei Hund, Fuchs und Wolf.
- Rudel
- Die Gruppe von Rot- oder Damwild.
- Rüssel
- Die Nase des Schwarzwildes.
S
- Salzlecke
- Mineralstoffstelle für das Wild.
- Sasse
- Die Mulde, in der der Hase ruht.
- Sauen
- Jägerisch für Wildschweine.
- Schalenwild
- Wild mit Schalen (Hufen) — z. B. Reh-, Rot- und Schwarzwild.
- Schmalreh
- Weibliches Reh im zweiten Lebensjahr.
- Schmaltier
- Weibliches Rotwild im zweiten Lebensjahr.
- Schneise
- Freigehaltener Streifen im Wald.
- Schnitthaar
- Am Anschuss abgeschnittenes Haar als Trefferhinweis.
- Schonzeit
- Zeit, in der bestimmtes Wild nicht bejagt werden darf.
- Schrotschuss
- Der Schuss mit Schrot, meist auf Niederwild.
- Schüsseltreiben
- Das gesellige Beisammensein nach der Jagd.
- Schusszeichen
- Hinweise am Anschuss auf den Treffer, etwa Schweiß und Schnitthaar.
- Schwarte
- Die Haut des Schwarzwildes.
- Schwarzwild
- Die Wildschweine.
- Schweiß
- Die jagdliche Bezeichnung für das Blut des Wildes.
- Schweißhund
- Hund, der auf die Schweißfährte spezialisiert ist.
- Setzzeit
- Zeit, in der das Wild seinen Nachwuchs setzt.
- Spießer
- Junger Hirsch oder Bock mit unverzweigtem Geweih.
- Sprengen
- Eine Gruppe Wild aufscheuchen, die sich darauf zerstreut.
- Sprung
- Die Gruppe des Rehwildes.
- Standwild
- Wild, das in seinem Revier heimisch ist.
- Stöberhund
- Hund, der Wild bei der Drückjagd hochmacht.
- Stöbern
- Der Hund sucht und jagt das Wild mit Laut.
- Strecke
- Die nach der Jagd gelegten erlegten Tiere.
- Stück Wild
- Zähleinheit für Wild.
- Suhle
- Die Schlammkuhle des Schwarzwildes.
T
- Teller
- Die Ohren des Schwarzwildes.
- Totverweisen
- Der Hund verbellt totes Wild.
- Treiber
- Helfer, die das Wild bei Bewegungsjagden zu den Schützen bewegen.
- Treibjagd
- Bewegungsjagd mit vielen Treibern, meist auf Niederwild.
- Trophäe
- Erinnerungsstück des Jägers: Geweih, Gehörn oder Waffen.
Ü
- Überläufer
- Schwarzwild im zweiten Lebensjahr.
V
- Verblenden
- Wechsel mit Zweigen verhängen, damit das Wild umkehrt.
- Vergrämen
- Wild durch gezielte Störung von Schadflächen vertreiben.
- Verlappen
- Wildwechsel mit Lappen zuhängen, damit das Wild umkehrt.
- Versorgen
- Das fachgerechte Aufbrechen und Bergen des erlegten Wildes.
- Verweisen
- Der Hund zeigt gefundenes Wild durch Vorstehen oder Verbellen an.
- Vorstehen
- Der Vorstehhund verharrt angespannt vor dem Wild.
W
- Waffe
- Die Eckzähne des Keilers, auch Gewehre genannt.
- Waidgerecht
- Den Regeln und dem Ethos der Jagd entsprechend.
- Waidloch
- Die Afteröffnung des Schalenwildes.
- Waidmann
- Der Jäger — auch: Weidmann.
- Waidmannsdank
- Die Antwort auf den Gruß Waidmannsheil.
- Waidmannsheil
- Der Gruß und Glückwunsch unter Jägern — zum Erfolg und zur bestandenen Prüfung.
- Waidmesser
- Das Jagdmesser.
- Wechsel
- Regelmäßig genutzter Wildpfad.
- Wechselwild
- Wild, das regelmäßig zwischen Revieren wechselt.
- Werfen
- Das Gebären der Jungen bei Fuchs, Hase und Hund.
- Widergang
- Fährte, auf der das Wild zurückgewechselt ist.
- Wildacker
- Anbaufläche mit Futterpflanzen für das Wild.
- Wildbret
- Das Fleisch erlegten Wildes.
- Wildunfall
- Unfall mit Wild im Straßenverkehr.
- Wind
- Die Windrichtung, die der Jäger beim Anschleichen beachten muss.
- Witterung
- Der Geruch, den Wild und Hund aufnehmen.
- Wundbett
- Die Stelle, an der krankes Wild zur Ruhe kam.
- Wundfährte
- Die Fährte mit Schweiß nach dem Schuss.
- Wurf
- Die gemeinsam geborenen Jungtiere, etwa beim Fuchs.
Z
- Zerwirken
- Das Zerlegen des Wildkörpers in küchenfertige Stücke.
- Ziemer
- Der Rücken des Rotwildes.
- Zug
- Der Vogelzug des Federwildes.
- Zwölfender
- Hirsch mit zwölf Geweihenden.
